Photo: Wolfgang Koeppens Geburtshaus, ende der 1980er Jahre
Photo: Wolfgang Koeppen, 1920er Jahre
Photo: Wolfgang Koeppen, 1950er Jahre
Photo (Dieme): Wolfgang Koeppen, auf einer Parkbank in den 1990er Jahre in Greifswald
Suhrkamp Verlag
Wolfgang-Koeppen-Stiftung
Wolfgang-Koeppen-Gesellschaft
Wolfgang-Koeppen-Archiv
| 1906 | Am 23. Juni wird Wolfgang Koeppen als uneheliches Kind der Weißnäherin Marie Koeppen und des Augenarztes und Universitätsdozenten Reinhold Halben in der Bahnhofstraße 4 in Greifswald geboren. |
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| 1908 - ca. 1912 | Nach dem Tod der Großmutter (Emilie Koeppen) zieht Marie mit dem zweijährigen Wolfgang zu ihrer Stiefschwester Olga Koeppen nach Thorn, wo diese als Haushälterin bei Baurat Theodor Wille angestellt ist. Einschulung in Thorn. |
| 1912-1914 | Aufenthalt in Ortelsburg. |
| Bei Kriegsbeginn hastige Flucht zurück nach Greifswald. Am 1. September wird Koeppen in die Klasse VIII b der Bürgerschule Greifswald eingeschult. Zu diesem Zeitpunkt wohnen Marie und Wolfgang in der Gützkower Str. 83. | |
| 1914 | Nachdem die Russen Ortelsburg verlassen haben, Rückkehr in das Haus von Theodor Wille. Koeppen nutzt ausgiebig die Bibliothek seines Nennonkels Wille. In Ortelsburg besucht er das Realprogymnasium. |
| 1919 | Wieder in Greifswald. Wolfgang besucht aus finanziellen Gründen die Mittelschule, die er jedoch ein Jahr später auf eigenen Wunsch vorzeitig verlässt. Ausschlaggebend für diese Entscheidung war zum einen seine persönliche Abneigung gegenüber der Schule und zum anderen die soziale Situation der Familie. Tätigkeit als Laufbursche bei einer Buchhandlung. Gleichzeitig als Volontär am Stadttheater tätig. Wenngleich nicht als Student an der Greifswalder Alma Mater immatrikuliert, besuchte Koeppen Vorlesungen der Germanisten Merker und Stammler. |
| 1920-1922 | Koeppen arbeitet als Hilfskoch (Heimathafen Stettin) und als Gelegenheitsarbeiter in Hamburg. |
| 1923 | Engagement als Laienschauspieler am Fürstlichen Staatstheater Putbus. |
| 1924 | Koeppen nimmt ein Engagement am Wismarer Theater an, kündigt jedoch den Vertrag, als er sich mit Schauspielverpflichtungen konfrontiert sieht. Er geht nach Berlin und versucht in Künstlerkreisen Fuß zu fassen, lebt von ersten Presseaufträgen und arbeitet im Glühlampen-Testsaal der Firma Osram. |
| 1925 | Im November stirbt in Greifswald Koeppens Mutter im Alter von 44 Jahren an einem Hirntumor. |
| 1927 | Koeppen lernt die Max-Reinhardt-Schülerin Sybille Schloss in Berlin kennen. |
| 1926-1927 | Dramaturg und Regieassistent mit Spielverpflichtung am Würzburger Stadttheater. |
| 1927-1930 | Koeppen lebt erneut in Berlin und hat Verbindung zum "Dramaturgischen Kollektiv" von Erwin Piscator. Bekanntschaft mit Ernst Toller, Egon Erwin Kisch, Walter Mehring, Max Tau und Bruno Cassirer. |
| 1930-1933 | Herbert Ihering bietet Koeppen eine Stellung als Feuilletonredakteur beim ?Berliner Börsen-Courier" an - später auch als Ressortleiter. Während dieser Zeit verfasst er mehr als 200 Theater-, Film- und Literaturkritiken sowie Reportagen, Prosaskizzen und Essays. |
| Januar 1933 | Koeppen besucht eine Aufführung von Erika Manns "Pfeffermühle" in München. Sybille Schloss ist dort als Schauspielerin engagiert. Koeppen schreibt für das Kabarett das Lied "Träumerei". |
| Ende 1933 | Im Zuge der nationalsozialistischen Machtergreifung muss der "Berliner Börsen-Courier" schließen. |
| 1934 | Frühjahr 1934 reist Koeppen über Zürich nach Venedig, um dort Sybille zu treffen. Die Reise soll ihn zu einem Roman inspirieren, für den ihn der Bruno Cassirer Verlag verpflichtet hat. Im April reist Koeppen zurück nach Berlin, ohne einen Roman und ohne Sybille. Im November 1934 erscheint sein erster Roman Eine unglückliche Liebe im Cassirer Verlag. Wenige Tage später Ausreise nach Holland. |
| 1935 | In Den Haag lebt Koeppen bei einer befreundeten Familie. Hier schreibt er auf Drängen seines Lektors Max Tau seinen zweiten Roman Die Mauer schwankt. Der Roman erscheint noch im jüdischen Cassirer Verlag, kann aber nicht mehr vertrieben werden. Der Universitats-Verlag kauft die Restauflage und veröffentlicht den Roman 1939 unter dem Titel Die Pflicht. |
| 1939 | Rückkehr nach Berlin. Koeppen beginnt für die Berliner Tobis Filme als Drehbuchautor zu arbeiten. |
| 1943-1945 | Als Drehbuchautor für die Münchner Bavaria lebt Koeppen nun in München und in Feldafing bei München. Hier lernt er 1944 seine Frau Marion kennen. |
| 1945 | Koeppens Nennonkel Theodor Wille stirbt in Reinfeld bei Holstein. Der Verleger Herbert Kluger bittet Koeppen das Manuskript Jakob Littners zu überarbeiten. Der Roman Jakob Littner. Aufzeichnungen aus einem Erdloch erscheint unter Littners Namen. |
| 1945-1950 | Koeppen zieht mit seiner Frau Marion in das Haus seiner Schwiegereltern in München. Das Ehepaar lebt in dieser Zeit vom Antiquitätenhandel. Max Tau bittet Koeppen erneut um ein Manuskript. |
| 1951 | Der Roman Tauben im Gras erscheint im Henry Goverts Verlag. |
| 1952 | Koeppens Tante Olga stirbt in Reinfeld. |
| 1953 | Goverts bringt als zweiten Roman Das Treibhaus heraus. |
| 1954 | Abschluss der Romantrilogie bei Goverts mit Der Tod in Rom. |
| 1955-1959 | Verschiedene Reisen im Auftrag des Süddeutschen Rundfunks, unter anderem 1955 nach Spanien, 1956 nach Rom, 1957 in die Sowjetunion und nach Warschau, nach Den Haag und London, 1958 in die USA und 1959 nach Frankreich. Der Goverts Verlag veröffentlicht 1958 Nach Rußland und anderswohin sowie 1959 Amerikafahrt. |
| 1960 | Wolfgang Koeppen wechselt zum Suhrkamp Verlag. |
| 1961 | Koeppen reist nach Griechenland. Reisen nach Frankreich erscheint noch bei Goverts. |
| 1962 | Georg-Büchner-Preis. |
| 1967 | Immermann-Preis. |
| 1971 | Andreas-Gryphius-Preis. |
| 1972 | Suhrkamp bringt als ersten Koeppen-Titel Das Romanische Café heraus. |
| 1974 | Ernennung zum ersten Stadtschreiber von Bergen-Enkheim. |
| 1976 | Jugend erscheint in der Bibliothek Suhrkamp. |
| 1980 | Ferry Radax produziert unter Mitarbeit Koeppens den Film "Ich bin gern in Venedig warum". |
| 1981 | Marcel Reich-Ranicki gibt Koeppens gesammelte Rezensionen, Essays und Dichterportraits unter dem Titel Die elenden Skribenten heraus. |
| 1982 | Kultureller Ehrenpreis der Stadt München. |
| 1984 | Arno-Schmidt-Preis. Koeppens Frau Marion stirbt. |
| 1987 | Angst. Erzählende Prosa und Morgenrot erscheinen bei Suhrkamp. Peter Goedel verfilmt Das Treibhaus. |
| 1990 | Koeppen erhält die Ehrendoktorwürde der Universität Greifswald . Goedels Film "Es war einmal in Masuren" hat Premiere. |
| 1991 | Es war einmal in Masuren wird bei Suhrkamp als Filmtext publiziert. |
| 1993 | Ich bin gern in Venedig warum erscheint bei Suhrkamp. |
| 1994 | Koeppen wird Ehrenbürger der Stadt Greifswald. |
| 1996 | Am 15. März stirbt Wolfgang Koeppen in München. |
| 1997 | Die Universität Greifswald kauft den Nachlass Wolfgang Koeppens vom Suhrkamp Verlag, der als Alleinerbe fungiert, und richtet das Wolfgang-Koeppen-Archiv ein. |
| 2002 Abschluss der Sanierung des Geburtshauses von Wolfgang Koeppen und Einzug des Literaturzentrums Vorpommen und des Archivs. | |




