Workshop-Angebot zu Wolfgang Koeppens Greifswald-Text „Jugend“
(erschienen im Suhrkamp Verlag 1976)

„Jugend“ erzählt von einem jungen Einzelgänger, der in seiner Geburtsstadt Greifswald niemals heimisch wird. Mit dem Makel der Armut und der unehelichen Geburt behaftet streift er durch die Stadt, verfolgt von den argwöhnischen Blicken der Bürger.
„In meiner Stadt war ich allein“, urteilt der Junge und denkt an Flucht in die großen Städte und fernen Länder. Seine eigentliche Heimat findet er in den Traumwelten des Theaters, des Kinos und vor allem in den Büchern: „Ich verschlang, was gedruckt war. Ich vergaß mich. Auf belebten Plätzen saß ich wie trunken. Das Alphabet trug mich fort“.
„Jugend“ ist die Geschichte einer jugendlichen Rebellion. In fesselnder Sprache ermutigt und fasziniert der Text durch den Eigensinn, die Phantasie und Selbstbehauptung eines jungen Außenseiters.

Druckworkshop
in Kooperation mit der Greifswalder Jugendkunstschule „KunstWerkstätten“


Nach einer kurzen Erarbeitung ausgesuchter Textpassagen haben die Teilnehmer Gelegenheit, ihre Lieblingszitate auf Stoffbeutel und Buttons zu drucken und wortwörtlich in die Stadt zu tragen. Auf alten Schreibmaschinen können die Lieblingssätze auch zu Papier gebracht werden.

Beutel und Buttons werden gestellt und können mitgenommen werden.
Datum: Dauerangebot, nach Absprache freitags ab Januar 2016, 10-13 Uhr in den KunstWerkstätten
Das Angebot kostet pro Teilnehmer 5 Euro.

Weitere Informationen und Terminabsprache bitte mit dem Koeppenhaus:
Kati Mattutat
Tel. 03834-773510
info@koeppenhaus.de
Ein Workshop innerhalb der Veranstaltungsreihe „Ich versuchte die Stadt“ des Literaturzentrums Vorpommern im Koeppenhaus. Gefördert durch den Fonds Neue Länder der Kulturstiftung des Bundes.

 

 

Rezensionen
Und hier stellt unsere Leseratte (10 Jahre) regelmäßig ihre Lieblingsbücher vor, die sie allen kleinen und großen Bücherfreunden empfiehlt.

Sally Nichols: „Wie man unsterblich wird“

„Ich habe ein Muttermal in form eines vierblättrigen Kleeblatts auf dem Knie. Aber einen Wunsch habe ich trotzdem nicht frei.“
Der elfjährige Sam weiß, was er sich wünschen würde. Dass er keine Leukämie hat. Dass er nicht sterben muss. Sam weiß, dass seine Überlebenschance gering ist. Doch anstatt in Selbstmitleid zu zerfließen wie ein vergessenes Eis in der Sonne, schreibt er lieber Listen. Listen mit fragen, die ihm niemand beantwortet: Tut sterben weh? Listen mit Wünschen: „Ich möchte mit einem Raumschiff starten und die Erde vom Weltall aus sehen.“

„Wie man unsterblich wird“ ist ein Buch über das Sterben, oft schwer wie ein Felsbrocken. Aber es handelt auch von Hoffnung, leicht wie ein Luftballon. Denn: „wenn ihr immer traurig seit, wenn ihr an mich denkt, wie könnt ihr euch dann an mich erinnern?“

Hanser Verlag, München
Preis: 12.90 € (D) ISBN 978-3-446-23047-7

Francine Oomen: “Lena Liste”

Jeder hat einen spitznamen. Auch Lena. Sie wird von ihren Eltern Lena Liste genannt. Und das, weil sie immer & überall Listen schreibt. Meist, um Vor- & Nachteile einer Sache abzuwägen und Entscheidungen zu treffen, die ihr Leben eventuell einschneidend verändern könnten. Wie zum Beispiel die Frage, was sie heute anzieht oder zum abendbrot isst. Aber dann passiert WIRKLICH etwas Einschneidendes in ihrem Leben: Ihr Papa trifft sich heimlich mit seiner Kochlehrerin. Und wird ganz rot, als Lena ihn darauf anspricht. Lena bekommt auch mit, wie sich ihre Eltern immer häufiger anschreien & zanken. Und ihre Mama ruft, dass Papa sich entscheiden muss. Für wen soll er sich entscheiden? Welche Hose er anzieht? Ob er noch weiter in den Kochkurs geht? Was er sich aufs Brot schmiert? Und so handeln Lenas Listen bald von ganz anderen Dingen als früher …

Ein sehr hinreißend illustriertes Buch!

Francine Oomen: Lena Liste
Fischer Schatzinsel-Verlag, 191 Seiten.
5,95 Euro

Richard Horne & Helen Szirtes: 101 Dinge, die du getan haben solltest, bevor du alt und langweilig bist

Wie der Titel schon sagt, ist dieses Buch vollgepackt mit Anregungen zum Weltverbessern, kreativ sein, Eltern schocken, den Schreck seines Lebens bekommen, ein neues Hobby finden, lesen, Gutes tun und und und …

Beispiele gefällig?

  • Täusche eine Krankheit vor
  • Führ ein Traumtagebuch
  • Entwirf ein T-Shirt
  • Lerne einen Prominenten kennen
  • Misch dich in die Politik ein
  • Färb dir die Haare
  • Bleib eine ganze Nacht wach
  • Schlaf einen ganzen Tag durch
  • Brich einen Weltrekord

Hört sich spannend an? Ist es auch. Denn die 101 Sachen sind so ausgewählt, dass man sie wirklich schaffen kann, wenn man will. Natürlich braucht man auch einige Eigenschaften, um wirklich ALLE 101 Dinge zu schaffen … Aber eine gute/schlechte Singstimme, einen starken Magen oder etwas Leichtsinn hat ja eigentlich jedes Kind … Jedes Mal, wenn man ein “DING” getan hat, klebt man einen Stern auf die jeweilige Seite (Sterne sind im Buch enthalten).
Für Jungs und Mädchen ab 10 Jahren. Sehr zu empfehlen!!!

Richard Horne & Helen Szirtes “101 Dinge, die du gean haben solltest, bevor du alt und langweilig bist”, Bloomsbury, 2006. Preis: 9,90 €

Lois Lowry: “Anastasia, verflixt noch mal”

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Anastasias Leben ist eigentlich total verrückt. Mit ihrem superintelligenten-für-sein-Alter-viel-zu-gewählt-sprechenden-zweijährigem Bruder Sam und ihrem immer-mit-Aktentasche-in-der-Hand-anzutreffenden Verehrer Robert wird es so gut wie nie langweilig.
Bis ihre Eltern die tolle Idee haben umzuziehen. In die Vorstadt. Zwar in ein Haus mit einem Turm für Anastasia – aber trotzdem!
Schließlich haben die Menschen in der Vorstadt immer riesige Fernseher mit Plastikobst oben drauf, tragen T-Shirts mit Krokodilen drauf und essen nur Fertiggerichte. Das weiß doch jeder!
Doch Anastasias neue Nachbarin ist ganz anders … Und bald stellt das Mädchen fest, dass eigentlich alle Menschen nett sind – man muss es ihnen nur sagen! (und ihnen evtl. einen Goldfisch schenken)

Sehr amüsant und charmant geschrieben: Meine Emfehlung für verrückte, lebenslustige, pubertierende Mädchen!!!
Übrigens: es gibt noch mehr Bände aus dieser Reihe!

Clement Freud: “Grimpel” & “Grimpel superhöchstbestens”

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Grimpel lebt in England und ist ungefähr 10. Er weiß nicht, wann sein Geburtstag ist, denn seine Eltern sind ziemlich vergesslich. Sie vergessen sogar manchmal am Morgen aufzustehen und feiern den Geburtstag ihres Sohnes ca. alle zwei bis drei Wochen, falls sie da sind. Denn Grimpels Eltern sind selten daheim, meist beschließen sie, irgendwo auf dem Erdball herumzuspazieren und Grimpel von überall her Telegramme zu schicken, die ungefähr so aussehen:

Senden Telegramm morgen. Alles Liebe Vater und Mutter.

Und sie verstecken alle möglichen Zettel in der Wohnung, stopfen den Kühlschrank mit belegten Broten voll und hinterlassen Listen, auf denen steht, wo Grimpel etwas zu Essen bekommen könnte. So lernt Grimpel auf sich selbst aufzupassen und außerdem lernt er noch ganz nebenbei Kokosnusstörtchen oder Russische Eier zuzubereiten… Denn bei den meisten Adressen ist niemand zu hause, und er ist gezwungen in Kochbüchern nachzuschauen und mit dem, was in dem jeweiligen Haus ist, etwas zu kochen…
Der Enkel von Siegmund Freud hat so lustige Geschichten geschrieben, dass sie wirklich wärmstens Jedem und Jeder zu empfehlen sind! Die ganze Familie kann sich schlapp lachen und versuchen, diverse Gerichte nachzukochen… auch bestens zum abendlichen Vorlesen geeignet!

Clement Freud: „Grimpel“ & „Grimpel superhöchstbestens“
- mit Rezepten -
erschienen zum Beispiel im Fischer Verlag bei den „Büchern mit dem Blauen Band“
141 lustige Seiten

Eines der lustigsten Büchern, die ich je gelesen habe.
Joanne K. Rowling (Autorin von Harry Potter)

Karen McKombie: „Stella und so weiter“

Stella und so weiterLondon. Ein Paradies. Die Einkaufspassagen. Die vielen tollen Plätze. Einfach super! Stella und ihre Freunde fühlen sich hier pudelwohl. Deshalb ist Stella, 13 Jahre und 2 Monate alt, auch fassungslos, als ihre Eltern ihr mitteilen, dass sie wegziehen wollen. Und zwar nach Portbay, genannt Portbääähhh, ein verschlafenes Nest am Meer. Na Klasse! Das kann ja heiter werden, denkt Stella und beschließt, sofort neue Freunde zu finden. Tja, wenn das so einfach wäre. Stella ist nämlich das schüchternste Mädchen des Planeten. Ob sie es wohl schaffen wird, sich in dem neuen Haus einzuleben? Am besten hat mir an dem Buch gefallen, dass Stellas Gefühle so gut beschrieben werden.

Juliana Foster: „Ich kann alles! Das Handbuch für Mädchen“

HandbuchManchmal kommt man als Mädchen in Situationen, in denen man sich dringend Hilfe herbeiwünscht. Dafür ist dieses Buch da. Es hat viele Tipps auf Lager, um einem mögliche “Peinlichkeiten” zu ersparen. Und auch wenn man kein scheinbar unlösbares Problem hat oder etwas lernen will, macht es Spaß, das Buch durchzublättern und bei einer Anleitung oder Anregung hängen zubleiben, weil sie einen interessiert. Auch an langweiligen Samstagnachmittagen bietet das Buch eine Breite Auswahl an Aktivitäten. Oder kannst du in 5 min einen superleckeren Milchshake zubereiten? Es ist auch wichtig zu wissen, wie man in der Wüste überlebt! Weiteres zum Inhalt des Buches: – Wie man mit nur einer Tasche reist – Wie man einen französischen Zopf flicht – Wie man sich benehmen muss, wenn man eine Diva sein will – Wie man Leute im Aufzug nervt – Wie man mit Stäbchen isst … über 100 Anleitungen = über 100 mal Eindruck schinden! Ich fand das Buch toll!

Barbara Stieff: “Träume ernten – Hundertwasser für Kinder”

Träume„Malen ist träumen. Wenn ich male, träume ich. Wenn der Traum zu Ende ist, erinnere ich mich nicht mehr daran, was ich geträumt habe. Das Bild aber bleibt. Es ist die Ernte des Traums.“ In diesem Buch geht es um Bilder, die Natur und das Glücklichsein. Es wird aus dem Leben Friedrich Stowasser erzählt und du findest darin zahlreiche Anleitungen zum kreativen Gestalten, zum Entdecken, Nachdenken und Wahrnehmen. Malen ist Hundertwassers Traum. Die Ernte des Traums gibt es in diesem Buch zu bestaunen. Hundertwasser war ein Maler, ein Architekt, ein Ökologe und ein Vordenker. Sein Leben war eine Botschaft. Mit diesem Buch lernst du, die Botschaft zu verstehen und darüber nachzudenken. Ein wunderschönes Buch über das Leben eines wunderbaren Mannes. Wer sich fürs Malen, fürs Träumen und fürs Reisen interressiert, dem wird dieses Buch eine schöne Lektüre sein. Ich finde das Buch toll!

Michael Fuchs-Gamböck/ Thorsten Schatz: “Was du schon immer über Popmusik wissen wolltest”

PopmusikWer war der erste Popstar? Welches sind die verücktesten Bandnamen? Wer verdient an einer CD? Diese und viiiiiiele andere wichtige Fragen rund um Popmusik werden allen Kindern (und Erwachsenen), die Musik lieben, in diesem Buch auf eine lockere und doch informative Art und Weise beantwortet.
Hast du schon einmal gehört, wie viele Buchstaben der längste Songtitel der Welt hat? Interessiert es dich, wie die berühmtesten Lieder über die Schule heißen? Weißt du, wie Plattenfirmen neue Stars entdecken?
In diesem Buch bleibt keine Frage unbeantwortet, die ideale Lektüre für Popmusik-Fans!

C. Bieneck, M. Jablonski, V. Walder “Das Insel-Internat: Der Superstar”

Insel-Internat
Auf Blnakeroog dreht sich seit Tagen alles nur noch um den Superstar Mirabella Powers. Grund ist: sie kommt auf die kleine Insel, um ein Mädchen für ihr neues Musikvideo zu finden. Natürlich sind Clarissa, Edith, Helene, Vivian und Mareike beim Casting mit von der Partie. Wer von den fünf hat das Zeug zum richtigen Popstar? ….

Antonia Michaelis “Das Geheimnis des 12. Kontinents”

KontinentEr heißt Karl. Karl Sonntag. Sonntag, weil er an einem Sonntag im August gefunden wurde. Wo, dass haben sie ihm nicht erzählt. Nach zwölf Jahren im Kinderheim haut er ab. Er hält es nicht mehr aus, ausgelachte zu werden. Dabei stößt Karl auf ein kleines Volk, das ein Schiff braucht, um etwas zu suchen. Und schließlich segelt der Waisenjunge auf seinem Plastikschiff über die Ostsee, zum zwölften Kontinent. Ein Buch, über verlorene Kinder und gefundene Steine; über Wutanfälle und ein kleines, rotes Fahrrad; über Marzipantorten und aufblasbare gelbe Gummimonster und nicht zuletzt über die wichtigen Dinge im Leben. Spannend, witzig, aufregend. Ich konnte das Buch nicht aus der Hand legen, bis auch die letzte Zeile verschlungen war.

Isabel Abedi: „Hier kommt Lola“

LolaLola Veloso ist neuneinhalb Jahre alt und hat mit ihrer etwas verrückten Familie einen Volltreffer gemacht. Ihre Mutter arbeitet im Krankenhaus, ihr brasilianischer Vater baut ein Restaurant und schläft in der Badewanne ein. Dazu kommen: eine 80 cm große Tante, die mit Essen um sich schmeißt, ein farbenblinder Opa, der blau-rote anstatt grün-gelbe Luftballons kauft und eine Oma, die einen Buchladen betreibt und ihre Kunden verjagt. Doch in ihrem neuen Heimatort Hamburg möchte Lola unbedingt eine beste Freundin haben. Was tun in einer Klasse, in der es nur fünf Mädchen, die entweder nach Fisch stinken (Lola kann Fisch nicht riechen), immer zusammenstecken, zickig sind oder nie Zeit haben? Lola ist ratlos. Als sie aber ihren Wunsch in den Himmel schickt, kommt eine geheime Flaschenpost zurück und das Abenteuer beginnt …… Mir hat die Geschichte gut gefallen, weil sie sehr lustig ist und weil am Ende alles toll wird.